Freelancer werden: Zehn Schritte in die Selbständigkeit

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In Zeiten von Coworking-Spaces und digitalen Nomaden erfreut sich die Freelancer Karriere wachsender Beliebtheit. Vielleicht auch, weil eine Prise Coolness in der Berufsbezeichnung mitschwingt. Doch wieso lohnt sich der Schritt in die Selbständigkeit? Und wie wird man eigentlich Freelancer? Hier gibt’s Gründe, Tipps und eine kostenlose Anleitung für den erfolgreichen Neustart.


Inhalt des Artikels:

  1. Warum Freelancer werden?
    1. Unabhängigkeit und Flexibilität
    2. Selbstverwirklichung
    3. Weiterentwicklung
    4. Finanzielle Möglichkeiten
    5. Aktuelle Arbeitsmarkttrends
  2. Wie kann ich Freelancer werden?
    1. Selbstreflektion
    2. Das Alleinstellungsmerkmal
    3. Selbstmarketing
    4. Netzwerken und Kontakte knüpfen
  3. In 10 Schritten Freelancer werden
    1. Das Angebot
    2. Die Marktanalyse
    3. Die Finanzplanung
    4. Die Rechtsform
    5. Die Anmeldung
    6. Der Arbeitsplatz
    7. Der unternehmerische Auftritt
    8. Versicherungen und Altersvorsorge
    9. Der erste Auftrag
    10. Die Rechnung
  4. Download Anleitung „Freelancer werden“
  5. Zusatztipp

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Warum Freelancer werden?

Die Gründe dafür, sich selbstständig zu machen, sind so vielseitig und individuell wie die Erfahrungen der Freiberufler. Oft, aber nicht immer, steht hinter der Entscheidung, das Unternehmen zu verlassen und eine freie Tätigkeit anzunehmen eine persönliche Unzufriedenheit:

  • Unterforderung und Einschränkungen in der Festanstellung
  • Der Wunsch nach neuen Herausforderungen
  • Sehnsucht nach Entscheidungsfreiheit und Verantwortung

Auch eine zufällige Geschäftsidee kann ein Grund für den Schritt in die Selbstständigkeit sein.

Unabhängigkeit und Flexibilität

Die Vorteile liegen auf der Hand: Erfolgreiche Freelancer sind völlig frei und entscheiden selbst, welchen Job sie annehmen, wo, mit wem und wann sie arbeiten. Tatsächlich sind es die Unabhängigkeit, der Wunsch sein eigener Chef zu sein und selbst zu bestimmen, was und wofür man arbeitet, die den Ausschlag geben, den Job zu kündigen und auf neuen Pfaden ins Freelancer-Dasein zu schreiten.

Doch nicht nur in der Entscheidung was man tut, sondern auch darin, wie man etwas tut, ist man als freier Mitarbeiter flexibler. Personen, die sich für eine Karriere als Selbstständige entscheiden, haben oft genau diesen Anspruch: Freiheit und Selbstbestimmung.

Die vielgeschätzte Flexibilität bringt zudem weitere Vorteile. Je nach Job können Freiberufler nicht nur entscheiden wo sie arbeiten – im Home Office, im Café, im Co-Working Space – sondern auch wann. Zur örtlichen Unabhängigkeit kommt hinzu, dass man gewisse Freiheiten bei der Wahl seiner Projektpartner hat und zu unpassenden Projekten auch einmal „Nein“ sagen kann (oder muss).

Selbstverwirklichung

Der Wunsch nach Unabhängigkeit ist meist eng mit dem Verlangen nach Selbstverwirklichung verbunden. „Das eigene Ding machen“, die volle Verantwortung übernehmen, Risiken eingehen und Chancen ergreifen. Aber auch: endlich das tun, was einem wirklich gefällt, womit man sich identifizieren kann und man zu 100% dahinter steht.

Oder aber einfach mal die Initiative ergreifen und etwas umsetzen. Was im Unternehmen als Festangestellter zwar oft als gern gesehen propagiert wird, ist in der Realität dann doch nicht ganz so gefragt. Zu eng die Deadlines, zu festgefahren die Prozesse. Es liegt aber in der Natur des Menschen, sich selbst verwirklichen zu wollen. Als Freiberufler oder freier Mitarbeiter wird dieses Bedürfnis automatisch erfüllt.

Fachliche und persönliche Weiterentwicklung

Wissen ist bekanntlich Macht und Expertenwissen gleicht auf dem Arbeitsmarkt Superkräften. Freelancer, als Experten auf ihren Gebieten, sind sozusagen Superhelden auf dem Arbeitsmarkt. Dieser Expertenstatus bleibt aber nicht einfach so lebenslänglich erhalten. Viel mehr sind freie Mitarbeiter gefordert, sich ständig weiterzubilden, um auf dem neusten Stand zu bleiben und so ihren Mitbewerbern einen Schritt voraus zu sein.

Zudem gehören häufige Veränderungen im Umfeld dazu: wechselnde Geschäftspartner, Voraussetzungen, Arbeitsorte und Tätigkeiten – man muss agil sein und flexibel bleiben. Dies führt nicht nur zu fachlichem, sondern auch zu persönlichem Wachstum.

Finanzielle Möglichkeiten

Neben all den emotionalen Gründen, die für eine Karriere in der freien Mitarbeit sprechen, kommt ein sehr rationaler Aspekt hinzu: Je nach Branche und Voraussetzungen sind die Verdienstmöglichkeiten für Freelancer entscheidend besser als in einem Angestelltenverhältnis.

Studien bestätigen das: Laut Freelancer-Kompass, geben 61 Prozent der Freiberufler an, mehr als ihre festangestellten Kollegen zu verdienen. Gerade in der IT-Branche stehen für Freelancer die Chancen auf ein überdurchschnittliches Gehalt sehr gut. Damit sich Freelancing auch finanziell richtig lohnt, ist es wichtig, dass der Freelancer seinen Wert kennt.

Resultat der Studie Freelancer-Kompass 2021 zum Verdienst Freelancer vs. Festanstellung.

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Aktuelle Arbeitsmarkttrends

Doch nicht nur persönliche Faktoren oder die guten Verdienstmöglichkeiten sprechen für eine Laufbahn als freier Experte – auch generelle Arbeitsmarkt-Trends begünstigen eine Zukunft im Freelancing. Alternative Arbeitszeitmodelle und ein erweitertes Verständnis für Work-Life-Balance sowie neue Arbeitsplatz-Anforderungen spielen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine immer wichtigere Rolle.

Das macht es schwieriger, Arbeitsplätze schnell und effektiv zu besetzen. Hier kommen oft „Externe“ ins Spiel. Mit ihrem Know-how und der oftmals größeren Flexibilität sind freie Mitarbeitende in der Lage, solche Lücken schnell und kompetent zu füllen.

Auch der Fachkräftemangel, der momentan in aller Munde ist, kommt den Freelancern zugute. Allein in Deutschland fehlen laut Bitkom mehr als 100.000 Fachkräfte im IT-Bereich. Als gut ausgebildete, spezialisierte Fachkräfte, die schnell und flexibel für Projekte und Auftraggeber zur Verfügung stehen, gehören Freelancer daher zu den Lieblingen bei Recruitern.

Wie kann ich Freelancer werden?

Die Zeichen stehen gut für Freelancer und der Schritt in die Selbstständigkeit klingt verlockend? Dann nichts wie los! Aber bevor Sie sich kopfüber ins Abenteuer stürzen, nehmen Sie sich Zeit und gehen Sie die ersten Schritte auf dem Weg zum Freelancer.

Selbstreflektion – was will ich und was kann ich?

Wer selbstständig durchstarten will, der muss wissen, was er kann. Sind Sie ein Online Marketing Spezialist, SCRUM Master oder PHP-Programmierer? Haben Sie wenig bis keine berufliche Erfahrung? Schreiben Sie alle anderen Fähigkeiten und Kenntnisse auf, die Sie bisher gesammelt haben.

Jeder kann Freelancer werden. Dabei zählen nicht nur akademische Errungenschaften, sondern auch Erfahrung oder besondere Kenntnisse, die Sie sich bisher angeeignet haben. Natürlich soll die Leidenschaft hier auch eine Rolle spielen.

Als nächstes überlegen Sie sich, in welchem Markt Sie tätig sein können und welche Kunden nach jemandem wie Ihnen und Ihren Fähigkeiten suchen. Und mit welchen Kunden Sie zusammenarbeiten möchten. Es ist wichtig zu wissen, was Ihre potentiellen Kunden wollen, damit Sie ihre Expertise entsprechend präsentieren und auf den Punkt bringen können.

Das Alleinstellungsmerkmal – Ihre Freelancer-DNA

Haben Sie sich ein detailliertes Bild über Ihr Wissen, Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse gemacht und wissen, was die Kunden in Ihrem Markt suchen, dann definieren Sie ihr Alleinstellungsmerkmal. Fragen Sie sich:

  • Was können Sie so gut wie sonst niemand?
  • Was hebt sie so sehr von den anderen Mitbewerbern ab, dass der Kunde Sie mit dem Projekt beauftragen soll?
  • Wie sieht ihr perfekter Kunde aus?
  • Was macht Sie als Unternehmer zum Lieblingspartner ihrer Kunden?

Definieren Sie dabei nicht nur ein Spezialgebiet oder eine Fachkenntnis, die sie hervorhebt, sondern vielmehr ein Set von Skills, das Sie besonders macht. Ihre eigene Freelancer-DNA sozusagen. Je präziser Sie diese definieren, desto präziser können Sie die Probleme ihrer potenziellen Kunden lösen.

Selbstmarketing – Ihre Visitenkarte

Haben Sie sich als Freelancer definiert und potenzielle Märkte und Kunden ausgemacht geht es ans Vermarkten. Nebst der aktiven Vermarktung „im richtigen Leben“, also offline, ist es in der heutigen Zeit genauso wichtig, online zu überzeugen. Bauen Sie sich aus den vielen digitalen Möglichkeiten Ihren eigenen Visitenkarten-Mix: beispielsweise mit einem Jobnetzwerk-Profil, ihrer eigenen Website oder einer eigenen Social-Media-Page.

Qualität statt Quantität: Es kommt nicht unbedingt darauf an, möglichst viele, sondern gut gepflegte Profile zu haben. Je treffender Sie sich und ihre Arbeit beschreiben, desto direkter sprechen Sie passende Auftraggeber an. Machen Sie es ihren potenziellen Kunden so einfach wie möglich sie zu erreichen. Positionieren Sie ihre Kontaktangaben oder zumindest eine E-Mail-Adresse möglichst präsent.

Was auch hilft: Schauen Sie sich ihre Mitbewerber an – zum Beispiel auf Freelancer-Plattformen wie freelancermap – um ein Gefühl für die Selbstvermarktung zu bekommen. Denken Sie dabei aber immer daran: Abgucken ist erlaubt, kopieren aber nicht.

Tipp: Sie wissen nicht, wie sie sich richtig präsentieren? Lesen Sie unseren Artikel zum Thema Selbstmarketing für Freelancer.

Netzwerken und Kontakte knüpfen – Ihr erster Auftrag

Haben Sie sich ihre digitalen Visitenkarten angelegt, geht es nun darum, sich den potenziellen Kunden zu empfehlen. Dabei ist es wichtig, online wie offline Kontakte zu knüpfen, zu anderen Freelancern aber auch zu Unternehmen und Recruitern, und ihre selbstständige Tätigkeit zu vermarkten. Bringen Sie sich zum Beispiel in themennahen Social-Media-Gruppen ins Gespräch oder berichten Sie in Blogs von Ihrem Angebot. Je mehr Leute auf Sie aufmerksam werden, desto höher ist die Chance, neue Kunden zu gewinnen und ihren ersten Job an Land zu ziehen. 

Übrigens: Sie müssen nicht von Anfang an hauptberuflich Freelancen. Zum Ausprobieren, ob Ihr Konzept funktioniert, können Sie auch nebenberuflich starten.

In 10 Schritten Freelancer werden – die Planung

Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich beruflich selbständig zu machen und seiner wahren Berufung zu folgen. Auf dem Weg lauern aber verschiedenste Stolpersteine, die den Einstieg ins Freelancer-Dasein erheblich erschweren können. Mit guter Planung gelingt der Schritt in die Selbständigkeit.

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Der 10-Schritte-Plan für den erfolgreichen Start als Freelancer.
10 Schritte in die Selbständigkeit.

1. Das Angebot

Das Angebot bildet das Fundament für die Zukunft als Freelancer. Wer als Freischaffender in die Unabhängigkeit starten will, sollte sich als allererstes überlegen, was er anbieten will. Dafür müssen folgende Punkte geklärt werden:

  • Was kann ich besonders gut?
  • Was hebt mich von den Mitbewerbern ab?
  • In welchem Markt werde ich gesucht?

Um das Angebot so attraktiv wie möglich zu gestalten, ist es hilfreich, sich zudem zu überlegen, wie der optimale Kunde aussieht. Welches Problem hat er? Dann wird das Angebot soweit ausgearbeitet, bis es zur perfekten Lösung für das Problem des Kunden wird.

2. Die Marktanalyse

Als nächstes gilt es, den Markt für das zuvor definierte Angebot zu finden und zu analysieren. Hierfür müssen potenzielle Kunden – die Zielgruppe – das bereits bestehende Angebot und die Mitbewerber untersucht werden. Fünf Fragen stehen hier im Fokus:

  • Wie groß ist meine Zielgruppe?
  • Wer sind meine Mitbewerber?
  • Wie groß ist das Marktpotenzial?
  • Welche Trends zeichnen sich ab?
  • Wie attraktiv ist mein Markt?

Um all diese Fragen zu beantworten, ist ein gutes Stück Recherche nötig. Man sollte sich die Arbeit aber auf jeden Fall machen denn: gut geplant ist halb gefreelanced. Ein ordentlich erstellter Businessplan hilft dabei, die wichtigsten Fragen fürs Selbstständigmachen zu beantworten. Natürlich muss man sich den Businessplan nicht selbst zusammenbasteln. Es gibt unzählige Vorlagen im Internet.

3. Die Finanzplanung

Wer diesen Schritt nicht schon in der Erstellung des Businessplans abgearbeitet hat, sollte sich spätestens jetzt damit auseinandersetzen. Auch für Freelancer gilt der einfache, wirtschaftliche Grundsatz: Ertrag minus Aufwand ergibt Gewinn. Für Freelancer bezeichnet der Gewinn die Einnahmen, wovon sie leben. Folgende Fragen sollten für die solide finanzielle Planung daher geklärt sein:

  • Wie hoch ist mein Stundensatz?
  • Wie viele Tage kann ich produktiv arbeiten?
  • Welche Kosten kommen auf mich zu?
  • Wie hoch muss der Gewinn sein, um meinen Lebensstil zu finanzieren?

Diese Berechnungen können für verschiedene Zeitperioden angestellt werden. Eine jährliche Planung empfiehlt sich in allen Fällen – wer als frischer Freelancer anfängt, fühlt sich mit einer monatlichen Planung vielleicht aber sicherer.

Berechnen Sie jetzt Ihren Stundensatz mit unserer Hilfe: Anleitung zur Stundensatz-Kalkulation.

Ebenfalls sollten sich angehende Freelancer über Versicherungsbeiträge, Kosten für Arbeitsplatzausstattung und Spesen sowie Steuern im Klaren sein. Es empfiehlt sich auch, bereits beim Anmelden zu überlegen, welche Besteuerungsart gewählt werden soll. Je nach Einkommen kann sich hier die Kleinunternehmerregelung lohnen.

4. Die Rechtsform

Hat man einmal eine genaue Vorstellung davon, was man anbieten will und wo, kommt die nächste Frage: Welche Unternehmensform wähle ich? Für 1-Personen-Unternehmungen bieten sich besonders die folgenden Rechtsformen an:

  • Einzelunternehmen mit unbeschränkter Haftung (Freelancer, Kleingewerbe)
  • Einzelunternehmen mit beschränkter Haftung (GmbH, UG)
  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
  • Partnerschaftsgesellschaft (PartG)

Dabei gibt es bei jeder Rechtsform Vor- und Nachteile. Welche für die zukünftige Tätigkeit am besten passt, definiert sich je nach Geschäftsidee, gesteckten Zielen, Tätigkeitsumfang oder Startkapital.

5. Die Anmeldung

Was nach viel Bürokratie und Formalitäten klingt, ist eigentlich gar kein so großer Aufwand. Wer seine freie Tätigkeit als nicht-gewerbliches Einzelunternehmen anmelden will, kann dies ganz einfach mit einem Schreiben ans örtliche Finanzamt erledigen.

Wer als Gründer sein Gewerbe anmelden will, kann dies beim Gewerbeamt der Stadt oder der Gemeinde tun. Wichtig ist hierbei lediglich:

Außerdem ist es üblich, dass eine Gebühr (je nach Gemeinde zwischen 15 und 60 €) anfällt.

6. Der Arbeitsplatz

Damit Freelancer arbeiten können, braucht es einen auf die Arbeit zugeschnittenen Arbeitsplatz. Dieser kann je nach Bedürfnissen und Voraussetzungen Zuhause im Home Office, bei Kunden im Unternehmen, in einem Co-Working-Space oder an jedem erdenklichen Ort sein, von wo aus sich die Arbeit erledigen lässt.

Wichtig dabei ist aber, dass die Arbeitsgeräte zuverlässig und repräsentativ sind. Denn schlechte Telefonverbindungen oder zu langsames Internet machen weder einen professionellen Eindruck, noch lässt sich effizient damit arbeiten. Schaffen sie beste Voraussetzungen um produktiv zu sein und ihnen und ihren Kunden die (Zusammen)Arbeit so angenehm wie möglich zu machen. Folgendes sollte dabei bedacht werden:

  • Wo möchte ich arbeiten?
  • Welche Räumlichkeiten brauche ich dafür?
  • Wie bin ich erreichbar (brauche ich eine neue Geschäftsnummer)?
  • Welche Internetverbindung brauche ich?
  • Brauche ich neues Equipment wie Handy oder Laptop?

Gerade für frischgebackene Freelancer, können die Arbeitsgeräte einen größeren Kostenpunkt darstellen. Seien Sie sich dessen bewusst und tragen Sie die Kosten frühzeitig und detailliert in der Finanzplanung ein.

7. Der unternehmerische Auftritt

Nachdem die Planung vorerst abgeschlossen und die Anmeldung vollzogen ist, geht es darum, das eigene Business zu bewerben. Mit den vielfältigen Möglichkeiten, die das Internet bietet, lässt sich relativ leicht ein professioneller Online-Auftritt auf verschiedenen Kanälen erstellen. Diese Online Marketing Maßnahmen bieten sich für Freiberufler besonders an:

  • Eigene Website
  • Business Profil auf Social Media
  • Profil auf einer Freelancer-Plattform
  • Profil auf Online-Business-Netzwerken wie Xing und LinkedIn

Um berufliche und private Kommunikation voneinander zu trennen, empfiehlt es sich, eine geschäftliche E-Mail-Adresse einzurichten. Insbesondere in Kombination mit einer gepflegten Website oder einem ansprechenden und ausführlichen Firmenprofil auf einem Sozialen Netzwerk wirkt dies professionell.

Nebst dem persönlichen Online-Auftritt kann es auch helfen, sich auf passenden Freelancer-Plattformen anzumelden, um das Angebot direkt den richtigen Zielgruppen zu präsentieren. Wie bei allen Marketingmaßnahmen gilt auch hier – je konkreter Ihr Angebot ist, desto höher die Chance, einen Auftrag zu erhalten.

Worauf warten Sie noch?

Info: Nicht nur gegenüber den Kunden macht ein durchdachtes, unternehmerisches Erscheinungsbild Eindruck. Auch beim Thema der Scheinselbstständigkeit ist ein dedizierter unternehmerischer Auftritt von Vorteil, wenn auch kein K.O.-Kriterium.

8. Versicherungen und Altersvorsorge

Wer sich selbständig macht, ist nicht mehr vom Arbeitgeber sozialversichert und muss sich daher selbst versichern. Doch nicht nur die Kranken- und Unfallversicherung sind für Freelancer wichtig. Es empfiehlt sich auch, Sach- und Hapftpflichtversicherungen abzuschließen und sich Gedanken über die Altersvorsorge zu machen. Die folgenden Versicherungen sind besonders wichtig:

  • Krankenversicherung 
  • Unfallversicherung
  • Altersvorsorge
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Berufshaftpflichtversicherung
  • Betriebshaftpflichtversicherung
  • Gewerblicher Rechtsschutz
  • Geschäftsinhaltsversicherung

Bei der Krankenversicherung kann man wählen zwischen einer gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Will man sich gesetzlich krankenversichern, muss man als Selbständiger in die freiwillige Versicherung wechseln. Bei der privaten Variante gibt es zusätzlich verschiedene Tarifmodelle. Generell gilt der Grundsatz: je geringer die zu zahlenden Beiträge, desto weniger wird erstattet.

Hinzu kommt, dass man als Freiberufler unter Umständen nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung mitversichert ist. Hier lohnt es sich, die verschiedenen Möglichkeiten abzuklären, sich frühzeitig zu informieren und ggf. Maßnahmen zu treffen.

9. Der erste Auftrag

Soweit so gut: das eigene Geschäft ist definiert, die Werbung hat schon gefruchtet und der erste Auftrag ist ins digitale Postfach geflattert. Eine Frage, die sich frischgebackenen Freelancern an dieser Stelle oft stellt: Soll ich tatsächlich den kalkulierten Stundensatz angeben? Die Zahl mag im ersten Moment riesig wirken und etwas abschrecken.

Doch nicht umsonst wurde so viel geplant und durchgerechnet. Vertrauen Sie auf Ihre Kalkulation und verkaufen Sie sich nicht unter Wert. Oft hilft es, sich noch einmal vor Augen zu führen, was alles in dem berechneten Stundensatz steckt.

10. Die Rechnung

Der erste Auftrag ist erfolgreich abgeschlossen, der Kunde ist zufrieden und es geht darum, die verrichtete Arbeit in Rechnung zu stellen. Was so einfach klingt birgt einige Tücken, auf die man als Rechnungssteller achten sollte. Zu den Pflichtangaben auf einer Rechnung gehören:

  • Name und Adresse des Rechnungsstellers
  • Name und Adresse des Empfängers
  • Kunden- und Rechnungsnummer
  • Datum
  • Betreff
  • Dienstleistungsbeschreibung
  • Nettopreis
  • Umsatzsteuer
  • Gesamtbetrag
  • Zahlungsfrist
  • Kontodaten des Rechnungsstellers

Bei diesen Angaben gilt es, ganz genau zu arbeiten, denn Fehler können verheerende Folgen haben. Verspätete Zahlungen und falsche Beträge sind dabei noch das kleinste Übel. Erhält ein Kunde eine fehlerhafte Rechnung, muss er sie per Gesetz nämlich nicht bezahlen.

Schauen Sie in unsere Kostenlosen Vorlagen, dort finden Sie korrekt erstellte Rechnungen und andere Dokumente zum Download als PDF-, Word- oder Open-Office-Datei.

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Zusatztipps: Steuern & Konto

Gerade als frischgebackener Freelancer ist das Thema Steuern oft verwirrend. Kein Wunder, denn die verschiedenen Steuern sind zu verschiedenen Zeitpunkten fällig.

Einkommens- und Gewerbesteuer Diese Steuern werden jährlich – immer für das Vorjahr – bezahlt. Die Steuererklärung muss jeweils bis zum 31. Juli eingereicht werden.
Umsatzsteuer Die Umsatzsteuer wird monatlich, pro Quartal oder jährlich bezahlt. Wer seine Umsatzsteuer voranmeldet, tut dies jeweils zum 10. des Monats.

Um als Freiberufler die Liquidität immer im Blick haben, hat sich das Drei-Konten-Modell bewährt:

  1. Ein Konto für Zahlungseingänge. Welches du auch auf deinen Rechnungen angibst.
  2. Ein Konto für die Umsatzsteuer. Auf dieses Konto überweist du die Umsatzsteuer einer jeden bezahlten Rechnung. Das Finanzamt wird dir diesen Betrag abzüglich deiner gezahlten Vorsteuer abbuchen, sobald du deine Umsatzsteuervoranmeldung abgegeben hast.
  3. Ein Konto für Rücklagen. Überweise nach jeder Rechnung einen selbst gewählten Betrag auf dieses Konto, um die später anfallende Einkommens- und Gewerbesteuer zu bezahlen und zur Vorsorge für schlechte Zeiten.

Über den Autor

Natascha Baumann

Natascha Baumann studierte Business Administration mit Schwerpunkt International Entrepreneurship und Digital Media an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Sie ist seit Dezember 2019 im Team von freelancermap.de tätig.

Von Natascha Baumann