Verlustvortrag

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Der Verlustvortrag ist ein Begriff aus dem Handels- und Steuerrecht und bezeichnet einen negativen Wert. Beim Verlustvortrag werden Verluste aus dem aktuellen Jahr, die nicht durch Gewinne oder Kapital gedeckt wurden, in die nächsten Jahre übertragen um diese gegenüber dem Finanzamt steuerlich geltend zu machen.


Inhalt des Artikels:

  1. Was ist ein Verlustvortrag?
  2. Gründe für den Verlustvortrag
  3. Beispiel für einen Verlustvortrag
  4. Sonderregelungen

Was ist ein Verlustvortrag?

In der Wirtschaft versteht man under dem Verlustvortrag einen negativen Wert in der Bilanz. Dieser wird zum Abschluss der Geschäftsperiode ausgewiesen und entsteht dann, wenn die Schulden das Vermögen übersteigen. Der Verlustvortrag ist also ein Bilanzverlust aus dem Vorjahr, der im aktuellen Jahr verrechnet wird.

Der Verlustvortrag kann aber auch im steuerlichen Kontext stehen. Wenn beispielsweise bei Unternehmungen Bilanzverluste entstehen, die nicht im aktuellen Jahr mit Eigen- oder Fremdkapital gedeckt werden, sondern erst mit zukünftigen Gewinnen verrechnet werden können, so haben Unternehmer die Möglichkeit, den „Bescheid über die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags“ auszufüllen. Dadurch ist es ihnen möglich, die Verluste in das darauffolgende Fiskaljahr zu übertragen und erst dann in der Steuererklärung gegenüber dem Finanzamt geltend zu machen. Dieser Vorgang wird ebenfalls Verlustvortrag genannt.

Gründe für den Verlustvortrag

Steuerlich gesehen, macht es Sinn, einen Verlustvortrag auszuweisen, da die Verluste im Folgejahr die Steuern mindern. Möglich ist dies vorallem bei steuerpflichtigen Unternehmen sowie bei Freiberuflern und Freelancern. Ein Angestellter hingegen kann kaum Verluste ausweisen. Bei Lohnausfall erhält er Unterstützung vom Staat, die er als Einnahmen in der Steuererklärung ausweisen muss.

Ein Sonderfall ist der Verlustvortrag bei Studenten. Sie geben in der Regel mehr aus als sie einnehmen und können deshalb von einem Vortrag in ihr erstes Arbeitsjahr profitieren. Allerdings gilt diese Regelung nicht für Bachelorstudenten im Erststudium. Ihnen ist es nicht erlaubt, einen Vortrag über ihre Studienkosten zu beantragen. Sie gelten momentan noch als Sonderausgaben und nicht als Werbungskosten. Alle anderen Studenten können hingegen ihren Antrag ohne Einschränkungen einreichen und Verluste in das Folgejahr vortragen.

Beispiel für einen Verlustvortrag

Ein Beispiel für einen Studenten, der nach dem Abschluss in sein erstes Arbeitsjahr startet: Der Student weist alle Verluste aus dem letzten Studienjahr aus und kennzeichnet sie dementsprechend in seiner Steuererklärung. In einem der Folgejahre ist es dann möglich, diesen Verlust geltend zu machen, um das zu versteuernde Einkommen zu reduzieren. Sollte der graduierte Student also im Folgejahr ein Einkommen in Höhe von 65.000 Euro erzielen und seinen Verlust von 25.000 Euro geltend machen, so ist nur noch der Betrag 40.000 Euro zu versteuern. Der Verlust wird also verrechnet. Er kann maximal sieben Jahre rückwirkend vorgetragen werden.

Sonderregelungen

Es gibt noch einige weitere Regeln zu beachten, die für den Verlustvortrag gelten: Damit er gilt, darf der Verlust nicht zuvor für eine Steuererleichterung genutzt worden sein. Vollumfänglich kann er nur bis zu einer Million Euro vorgetragen werden (bei Ehepartnern ist dieser Grenzbetrag doppelt so hoch). Alle Verluste, die über diese Deckelung hinausgehen, können Steuerpflichtige mit bis zu 60 Prozent vortragen.

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