Social Media-Studie: Die klassischen Werbeträger verlieren stark an Einfluss

06.06.2011

Der Einfluss auf die Kaufentscheidung von Kunden durch Online Mundpropaganda ist via Social Media erheblich gestiegen.

Noch immer bevorzugen die Deutschen vor einer Kaufentscheidung die Empfehlungen und Meinungen anderer um sich für ein Produkt zu entscheiden. Die sogenannte Mundpropaganda gilt als Werbetool Nummer eins und Social Media sei Dank, beschränken sich diese Empfehlungen nicht mehr nur auf Freunde und Bekannte aus der näheren Umgebung. Weltweit wird sich über Produkte und deren Qualität ausgetauscht. Wie bedeutungsvoll diese online Meinungsbörse mittlerweile ist, zeigt nun die Studie "Social Media - Einfluss auf das Kaufverhalten im Internet“, die von Professor Ralf Schengber in Zusammenarbeit mit der FH Münster und der von ihm gegründeten DSaF Dr. Schengber and Friends mit ca. 1300 Teilnehmern durchgeführt hat.

Die Kernaussage ist, dass die Wirkungskraft der klassischen Werbeträger Print, TV etc. erheblich gelitten hat. Über 80 Prozent der Befragten ist die Meinung von Freunden und Familie vor einer Kaufentscheidung besonders relevant. Der Studie zufolge, ist mittlerweile der Stellenwert von Erfahrungsberichten und Produktbewertungen, die sich die Verbraucher über das Internet holen, vergleichbar hoch. Nur noch 35 Prozent der Befragten erklären, dass für sie die klassischen Medien TV, Print, Radio oder Plakat ausschlaggebend seien. Im Printbereich können immerhin noch die Fachzeitschriften punkten, mit einer Relevanz von gut 70 Prozent. Suchmaschinen sind für rund 70 Prozent der Befragten vor einer Kaufentscheidung von großer Bedeutung. Die klassische Werbung im Internet kommt bei den in der Studie abgefragten Einflussfaktoren am schlechtesten übrigens am schlechtesten weg: Banner, Skyscraper & Co. halten nur rund 25 Prozent für relevant.

Besonders interessant ist, dass 70 Prozent der Befragten bereits mindestens einmal im Monat im Internet einkaufen, und sogar 10Prozent an gaben dies täglich zu tun. Mehr als 40 Prozent gaben an mehrmals monatlich im Internet auf Shopping Tour zu gehen. Diese Zahlen verdeutlichen das erhebliche Potenzial des Internets und stellen gleichzeitig eine enorme Herausforderung für die Meinungsbildner dar.

So wichtig nun auch Social Media im Kaufentscheidungsprozess allgemein geworden ist, so unterschiedlich ist der Einfluss hinsichtlich der verschiedenen Produktgruppen. Schenkt man der Studie Glauben, so sind es vor allem Elektronische Geräte (94%), Reisen und Hotels (84%) Autos (67%), Software (65%) oder Telekommunikation (60%), über die sich die Befragten vor einem Kauf im Internet informieren. Informationen zu Pflegeprodukten (15%), Ärzten (17%), oder über das Handwerk (15%) stehen hingegen weniger hoch im Kurs bei der Onlinerecherche der Verbraucher. Am schlechtesten schneidet hier die Lebensmittelbranche (5%) ab, hier werden kaum Informationen über das Internet eingeholt.

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