Vom Kunden abgelehnt? So gehen Sie richtig damit um!

08.01.2019

Zurückgewiesen zu werden ist nie leicht, ganz egal in welcher Branche man arbeitet. Früher oder später erwischt es jedoch jeden Mal, auch als Freelancer sollte man schnell lernen damit umzugehen. Gerade Anfänger lähmt die Angst vor Ablehnung oft so sehr, dass sie sich nur auf „sichere“ Projekte bewerben und sich damit in Sachen Weiterentwicklung selbst im Weg stehen. Dabei kann man auch aus Zurückweisung viel lernen und so dafür sorgen, dass Absagen auf Bewerbungen immer seltener werden.





Übrigens: Zwei Drittel (63,28 %) der Freelancer schreiben bis zu sechs Bewerbungen, bis sie einen Vertrag unterzeichnen. Zehn bis zwölf Bewerbungen schicken 16,30 % ab und 14,01 % brauchen sogar mehr als 13 Anläufe, bis eine Bewerbung erfolgreich ist. Dem Freelancer Kompass 2018 zufolge liegt die durchschnittliche Anzahl an Bewerbungen bei 7,83, bevor ein Vertrag zustande kommt. Sie sehen: Alles halb so schlimm, auch wenn es nicht beim ersten Mal klappt.


Warum sollten Sie keine Angst vor Absagen haben?

Die Angst vor einer Absage kann den Erfolg Ihres Unternehmens ernsthaft gefährden. Sind Sie blockiert, werden Sie sich kaum trauen, offen in die Welt hinauszugehen und Kunden zu gewinnen – denn jeder könnte „Nein“ sagen. Sie werden nie herausfinden, was Ihre Arbeit wert ist und Sie können keine effektive Werbung für sich machen. 

Das Problem: Sie sind auf sich allein gestellt, es gibt weder Kollegen noch einen Chef, der Ihnen helfen kann. Im schlimmsten Fall ist Ihre Freelancer-Karriere also vorbei, bevor sie richtig losgehen konnte. Es liegt an Ihnen, die Angst in den Griff zu bekommen und der zweifelnden Stimme in Ihrem Kopf zu befehlen, den Mund zu halten.
 

So gehen Sie mit der Ablehnung um

1. Denken Sie daran: Es ist nicht persönlich gemeint
Ja, es ist hart. Sie geben sich Mühe, versenden Anschreiben und Bewerbungen und hoffen auf Erfolg. Heutzutage ist es leider keine Seltenheit mehr, dass man überhaupt keine Antwort mehr bekommt. Nicht einmal zu einer Eingangsbestätigung oder Absage lassen sich einige Unternehmen herab. Es fällt schwer, diese Nicht-Beachtung nicht persönlich zu nehmen. Tun Sie es trotzdem.

Es könnte viele Gründe dafür geben, dass sich die Firma, für die Sie gerne arbeiten würden, nicht meldet. Vielleicht ist die E-Mail nicht angekommen? Oder sie sind nicht auf der Suche nach einem Freelancer? Es kann aber auch sein, dass Sie einfach einen schlechten Zeitpunkt erwischt haben. Das heißt nicht, dass Sie nicht immer versuchen sollten, Ihre Anschreiben weiter zu verbessern.

2. Nehmen Sie die Perspektive des Klienten ein
Stellen Sie sich vor, Sie wären der Kunde, der Sie abgelehnt hat. In Unternehmen fallen solche Entscheidungen oft wegen eines schmalen Budgets. Einige Unternehmer sehen Freelancer als Luxus an, schließlich haben sie bereits Mitarbeiter, die die Aufgaben ebenfalls erledigen können (sollten). Geld für Freelancer auszugeben, ist oft gar nicht so leicht, gerade wenn dieser sich initiativ bewirbt.

Selbst wenn ein Projekt ausgeschrieben war und Sie nicht dafür ausgewählt worden sind, war es sicher keine leichte Entscheidung. Dass Sie nicht genommen wurden, hat nicht zu bedeuten, dass Sie Ihren Job nicht gut machen oder Sie keinen guten Eindruck hinterlassen haben. Es bedeutet schlicht, dass es einen Freelancer gibt, der besser auf die Ausschreibung gepasst hat oder mehr Erfahrung mitbringt als Sie.

3. Bleiben Sie hartnäckig
Sie wurden abgelehnt? Kein Problem, sie werden es weiter versuchen. Das heißt nicht, dass Sie ein Unternehmen, das bereits gesagt hat, dass es kein Interesse an einer Zusammenarbeit hat, mit E-Mails und Anrufen bombardieren sollen. Nur weil Sie sich anbiedern, fällt dem Verantwortlichen sicher nicht plötzlich ein, dass er Sie doch haben möchte. Es bedeutet vielmehr, dass Sie nicht aufgeben sollen – auch wenn sie abgelehnt wurden. 

4. Bitten Sie um Feedback
Haben Sie keine Angst davor nachzufragen, woran es lag, warum Sie mit Ihrem Anschreiben nicht erfolgreich waren. Wenn Sie etwas falsch gemacht haben, wäre es doch für die Zukunft deutlich besser, wenn Sie wissen was los war und es besser machen können. Aus Fehlern kann man bekanntlich lernen, aber nur wenn man auch weiß worin der Fehler bestand.

Im glücklichsten Fall ergibt sich aus diesem Feedback-Gespräch sogar die Möglichkeit, sich mit einem überarbeiteten Anschreiben noch einmal neu zu bewerben. Nutzen Sie diese Möglichkeit, wenn Sie wissen was den potentiellen Auftraggeber gestört oder ihm gefehlt hat.

5. Analysieren Sie Ihre Absagen
Sie haben sich mit dem gleichen Angebot bei mehreren Unternehmen beworben und von niemandem eine Rückmeldung bekommen? Zeit, sich das Anschreiben ganz genau anzusehen! Ist es zu lang, zu kurz, nicht aussagekräftig genug? Haben Sie Links zu Ihrem Portfolio oder Ihrer Webseite eingefügt, die vielleicht fehlerhaft sind? Haben Sie ganz genau erklärt, was Sie dem Unternehmen bieten und wie Sie es unterstützen können?

Oder ist Ihr Anschreiben einfach nur eine Lobeshymne auf Sie und Ihr Können? Seien Sie ehrlich, fragen Sie Außenstehende nach ihrer Meinung und überarbeiten Sie alles, was nicht passt. 

6. Was Sie nicht umbringt...

… ja, der Spruch ist alt. Aber ein Quäntchen Wahrheit ist eben doch darin enthalten. Auch wenn sich niemand eine Absage wünscht – das Fell wird mit jedem Misserfolg dicker. Und wie schon gesagt: Zurückgewiesen werden wir alle im Leben, es ist ganz normal. Aber es liegt an Ihnen, was Sie daraus machen und wie viel Sie daraus lernen können. Und mit der richtigen Einstellung wird aus dem vermeintlichen Rückschritt sogar noch ein großer Schritt nach vorne.

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Bild: © alphaspirit - Fotolia.com

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Kommentare

  • Kommentar von Armin Turzer am 09.01.2019 um 10:58 Uhr

    Diesen Beitrag sollte man jedesmal parallel zu Veröffentlichungen in den einschlägigen Tageszeitungen und Rundfunkbeiträgen mit veröffentlichen wenn wieder einmal "händeringend" nach (IT-) Fachkräften gesucht oder über das "Erleichterte Einwanderungsgesetz von Fachkräften aus dem Nicht-EU-Ausland" berichtet wird.

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