Networking: 9 Tipps für erfolgreiches Netzwerken

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Geschicktes Networking ist ein Karriere-Katalysator. Erfolgreiche Netzwerkarbeit pflegt Kontakte mit System: Erstens zu Menschen, die ähnliche Ziele wie Du selbst verfolgen; zweitens zu Menschen, die diese Ziele bereits erreicht haben.


Inhalt des Artikels:

  1. Tipp: Art und Umfang des Netzes abstecken
  2. Tipp: Elevator Pitch – Vorstellung in Fahrstuhlgeschwindigkeit
  3. Tipp: Körpersprache und Kommunikationsregeln
  4. Tipp: Klasse statt Masse
  5. Tipp: Wage den Schritt in die Realität
  6. Tipp: In der Gruppe punkten
  7. Tipp: Wer gibt, gewinnt
  8. Tipp: Für Präsenz sorgen
  9. Tipp: Kontakte pflegen
  10. Fazit

Networking ist ein kunstvoller Balanceakt. Ja, Sie werden Teil eines Netzwerkes, weil Sie sich davon Karrierevorteile versprechen – aber um diese Vorteile zu ernten, müssen Sie selbst großzügig sein. Nur dem Gebenden wird gegeben, nur auf den Rücksichtsvollen wird Rücksicht genommen. Im Networking grasen Sie nicht beliebige Informationswiesen ab, sondern erarbeiten sich zusammen mit anderen eine hilfreiche Gemeinschaft, die gibt und nimmt. Dabei ist richtiges Networking nicht nur für Freelancer und Start-ups relevant. Mit den folgenden Tipps erhalten Sie einen kleinen Reiseführer in die Welt des Networkings.

7 Tipps fürs richtige Netzwerken
7 Tipps fürs erfolgreiche Netzwerken

Tipp 1: Art und Umfang des Netzes abstecken

Ein paar Fragen für den Einstieg: Welches Ziel wollen Sie durchs Networking erreichen? Bestehen bereits wertvolle berufliche Kontakte, die ausgebaut werden können? Welche Menschen/Institutionen würden Sie in Ihrer Karrierearbeit voranbringen? Wie können Sie sie kontaktieren? Wie stellen Sie sich ihnen auf interessante Weise vor? Mögliche Ziele können zum Beispiel neue Kooperationspartner oder Mentoren bei Start-ups oder die Kundenakquise für Selbstständige und Freelancer sein.

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Tipp 2: Elevator Pitch – Vorstellung in Fahrstuhlgeschwindigkeit

Zeit ist knapp, die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen kurz. Ob virtuell oder im richtigen Leben: Ihr Networking braucht einen überzeugenden Einstieg. Gehen Sie weitschweifig an die Sache heran, bleiben Ihnen Ihre potenziellen Netzwerkpartner fern. Elevator Pitch fasst die Regeln für erfolgreiche Kurzpräsentationen zusammen. Bevor Sie Kontakt aufnehmen, sammeln Sie so viele Informationen wie möglich über Ihre Kontaktperson. Am verlässlichsten erregen Sie das Interesse eines anderen, wenn dieser sich vom Kontakt mit Ihnen selbst etwas verspricht. Beziehen Sie in Ihre Kurzvorstellung alle Fakten ein, aus denen Ihr künftiger Netzwerkpartner Nutzen ziehen könnte. Bleiben Sie auf jeden Fall authentisch und zeigen Sie sich offen für die Anliegen des anderen.

Tipp 3: Körpersprache und Kommunikationsregeln

Es ist eine einfache Tatsache: Sie lenken das Interesse der Anderen auf sich, wenn Sie selbst Interesse an ihnen zeigen. Halten Sie Augenkontakt (natürlich nicht dauerhaft starrend – 3,3 Sekunden gelten als angenehm) mit Ihrem Netzwerkpartner. Lehnen Sie sich beim Sprechen leicht nach vorne, um Offenheit anzuzeigen. Und verwenden Sie die einfachsten und überzeugendsten Kommunikationstipps: Lächeln, positive Einstellung.

Tipp 4: Klasse statt Masse

Sie haben das Ziel Ihres Networkings definiert. Das kann eine Führungsrolle im Unternehmen sein, der belastbare Kontakt zu neuen Geschäftspartnern oder der Erfahrungsaustausch mit einem etablierten Kollegen. Diese Zielformulierung hilft Ihnen, den Umfang Ihres Netzes zu begrenzen. Prüfen Sie, welche Kontakte Ihnen wirklich weiterhelfen könnten, wer der direkte Ansprechpartner ist und wer zu seinem Umfeld gehört. Ein gutes Netzwerk funktioniert durch Qualität.

Tipp 5: Wage den Schritt in die Realität

Sie heben Ihre Netzwerkmessungen auf ein effektiveres Niveau, wenn Sie die Virtualität irgendwann verlassen und sich tatsächlich mit wichtigen Netzwerkpartnern treffen. Die Teilnahme an beruflich/geschäftlich relevanten Veranstaltungen ist ebenfalls unerlässlich. Diese Treffen sind die wahre Quelle der Vernetzung und können Ihre Verbindungen ungemein potenzieren. Besuchen Sie deshalb regelmäßig Konferenzen, Vorträgen, Branchenstammtischen, Diskussionsabenden, Fortbildungsmaßnahmen, Fachforen und Messen. Denn hier geht es erklärtermaßen um den Austausch von Gleichgesinnten.

Tipp 6: In der Gruppe punkten

Sie haben Ihre Ziele gesteckt, die nützlichen Menschen und Institutionen sondiert und erste Kontakte geknüpft – jetzt gilt es, am Ball zu bleiben. Sollten Sie glänzende Zeugnisse und profunde Berufskenntnisse besitzen, bringen Sie wichtige Pluspunkte mit. Aber für den langen Atem in der Gruppe sind Ihre Soft Skills entscheidend. Höflichkeit, Einfühlungsvermögen, aktives Zuhören, Hilfsbereitschaft: Das sind die wirklich verbindenden Eigenschaften in der Netzwerkarbeit.

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Tipp 7: Wer gibt, gewinnt

Netzwerke sind soziale Konstrukte. Niemand würde in ihnen profitieren, wenn alle nur Nutzen aus ihnen ziehen wollten. Fürs funktionierende Networking hat der Social-Media-Berater Mike Sansone die 70/20/10-Regel aufgestellt: Nutzen Sie 70 Prozent Ihrer Zeit im Netzwerk für Hilfeleistungen an andere; 20 Prozent für die Selbstpräsentation; und 10 Prozent für Hilfeleistungen, die Sie für sich in Anspruch nehmen.

Tipp 8: Für Präsenz sorgen

Achten Sie darauf, sich von Ihrer E-Mail-Signatur, von Ihren Profilen in sozialen Netzwerken und/oder Ihrem Blog auf alle anderen Netzwerke zu verlinken. Wenn Sie auf Networking-Veranstaltungen gehen: Verteilen Sie mit Augenmaß Ihre aussagekräftige Visitenkarte. Im Gegenzug bekommen Sie von anderen Teilnehmern Visitenkarten überreicht. Am Ende der Veranstaltung fällt es schwer, die Übersicht zu behalten. Notieren Sie wichtige Informationen über interessante Kontaktpersonen an einem dezenten Ort auf der Visitenkarten-Rückseite. So trennen Sie ohne Erinnerungslücken die Spreu vom Weizen.

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Tipp 9: Kontakte pflegen

Wer sich nicht meldet, gerät in Vergessenheit. Darum geben Sie jedem Netzwerkpartner das Gefühl, dass Sie an ihn denken. Besonders gut kommt ein kleiner Geburtstagsgruß an. Oder Sie verschicken Benefits wie den Hinweis auf eine interessante Veranstaltung oder neue Fakten zu einem Thema, das Sie beide interessiert.

Fazit

Networking und Beziehungspflege sind keine Erfindungen des digitalen Zeitalters. Ohne Erfahrungsaustausch, ohne den Geist der Gruppe, ohne den Rückenwind von Beziehungen lassen sich große Berufskarrieren kaum bewerkstelligen. Für Ihre erfolgreiche Netzwerkarbeit nutzen Sie heute die digitalen Interessenverbände ebenso wie reale Veranstaltungen. Altbewährte Soft Skills wie Höflichkeit, Einfühlungsvermögen und Hilfsbereitschaft bringen Sie voran und machen das Networking zu einer hochsozialen Angelegenheit.

Über den Autor

Natascha Baumann

Natascha Baumann studierte Business Administration mit Schwerpunkt International Entrepreneurship und Digital Media an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Sie ist seit Dezember 2019 im Team von freelancermap.de tätig.